Wöchentliche Meditation

Bild von Dean Moriarty auf Pixabay

Ab 9. November startet mittwochs um 19 Uhr ein regelmäßiger Meditationsabend im Saal in Hobrechtsfelde. Das Angebot richtet sich an Menschen, die ihre Praxis unterstützen wollen, die Meditation (kennen)lernen wollen oder solche, die sich Austausch mit Gleichgesinnten wünschen. Wie sich die Abende entwickeln, hängt auch von den Teilnehmenden ab. Bisher ist angedacht, dass ca. 45 Minuten meditiert wird und danach die Möglichkeit für achtsamen Austausch und Fragen besteht. Die Meditationen werden manchmal angeleitet, manchmal still stattfinden.
Es fällt ein Stuhlgeld von derzeit 2 Euro für den Saal an und ansonsten gibt es die Möglichkeit, etwas zu spenden.

Bei Interesse bitte melden unter: info(ät)michaelreese.de

Ein kurzer Text zu Meditation:

Wenn man anfängt zu meditieren oder sich mit irgendeiner Form von spiritueller Disziplin zu befassen, hofft man oft, auf irgendeine Weise zu einem besseren Menschen zu werden, was aber im Grunde eine Art subtiler Gewalt gegen das darstellt, was man wirklich ist, gegen das eigene Wesen. Es ist in etwas so, als würde man sich immer wieder vorsagen: ‚Wenn ich jeden Tag einen Waldlauf mache, werde ich ein viel besserer Mensch sein‘ oder ‚Hätte ich nur ein schöneres Haus, wäre ich ein besserer Mensch‘ oder eben ‚Wenn ich nur meditieren und mich beruhigen könnte, dann wäre ich ein besserer Mensch.‘ Vielleicht hat man in seiner Vorstellung auch immer etwas an den anderen auszusetzen und sagt sich etwas wie: ‚Wenn mein Mann nicht so schwierig wäre, dann hätte ich eine perfekte Ehe.‘ Oder: ‚Wenn mein Chef nicht so unmöglich wäre, dann hätte ich einen tollen Job. ‚Und dann: ‚Wenn mein Geist nicht so unruhig wäre, dann wäre meine Meditation ausgezeichnet‘.

Doch liebende Zuwendung uns selbst gegenüber – das, was im Buddhismus maitri genannt wird – bedeutet nicht, dass wir irgendwelche Eigenschaften von uns ausmerzen müssen. Maitri bedeutet, dass wir so verrückt sein dürfen, wie wir eben nun mal sind oder schon immer waren. Wir dürfen so wütend sein, wie wir es schon immer waren. Wir können immer noch ängstlich oder eifersüchtig sein oder uns unwürdig fühlen. Der Punkt ist, dass wir nicht versuchen sollten, uns in irgendeiner Weise zu ändern. Bei der Meditationspraxis geht es nicht darum, uns selbst auf den Müll zu werfen und etwas Besseres werden zu wollen. es geht darum, uns damit anzufreunden, wie wir jetzt sind. Das Fundament unserer Übung, das bist du, das bin ich, wer auch immer wir in diesem Augenblick sind, wie wir eben sind. Das ist die Grundlage, das ist das, was wir beobachten, was wir mit großer Neugierde und starkem Interesse kennenlernen wollen.“

Pema Chödrön (2000) „Liebende Zuwendung – Freude im Herzen“, Fischer Taschenbuch Verlag. S. 11ff.